Pangora 2009 – Wichtiges und Ideen

Weiteres großes Thema auf dem 6. Pangora Kongress 2009 war die Integration von Leuten mit deren Netzwerken. Wie schon im vorherigen Beitrag erklärt, wird mit den aktuellen Marketing Methoden versucht, die Freunde und Freundesfreunde einer Person durch die Person selbst zu bewerben. Dies passiert aktuell dadurch, dass eine Integration von Netzwerken wie Facebook und Twitter (bzw. einfach die größten Sozial Community und Informationstreiber) stattfindet.

Ferner (sollte) geht man her und versucht ein ganzes virales Marketing umzusetzen. Das heißt nicht nur die Integration von Social Communitys, sondern eine komplette virale Kampagne im Multi-Channel-Format. Genau heißt das, Netzwerke einbinden (Facebook oder auch Flickr, Twitter etc.), Videos bereitstellen (oder dafür sorgen, dass welche gemacht werden / youtube) und Präsentation-Plattformen wie MySpace oder Blogs einverleiben. Als Beispiel kann man hier getrost CocaCola nehmen, welche für Ihre Kampagnen gezielt wissen wie sie vor zu gehen haben.

Doch es bringt nichts eine Masse an Besucher (idealerweise möglichst nur die Zielgruppe) auf die eigene Seite zu locken, wenn sie sich dort wie auf einem leeren oder uninteressanten Wochenmarkt vorfinden. Darum sollt man parallel auch immer versuchen mit Neuheiten (Eyecatcher) den Besucher einzufangen. Beispiele:

etsy.com um Produkte nach Kriterien sortieren lassen zu können
browsegoods.com um Navigation neu zu erleben
layar.com um Navigation hinter dem Tellerand zu ermöglichen

Doch es kann auch schon bei der Segmentierung, sprich Kategorisierung anfangen. Als Beispiel kann man einen Buchladen nehmen. Wenn man in die Bücherei geht, so kann man sich im Bestfall die Buchregale nach Genre und Autor durchsuchen. Online bieten sich ganz andere Möglichkeit welche natürlich auch mit einem Mehraufwand verbunden sind. Das heißt mann könnte seine Produktpalette nach den Kriterien Genre, Autor, Inhalt, Tags, Erscheinungstermin, Verkaufszahlen und Rezensionen gliedern lassen. Mir ist bisher kein online Buchhändler bekannt, welcher diese Funktionen als Aufhänger nutzt und den Nutzern nach Usability-Gewohnheit bereit stellt.

Ein weiteres Beispiel wäre das Anbinden bzw. Auslesen von Informationen aus einem lastFM Account in einen Online-Shop. So könnte man gezielt dem Kunden passende Musik anbieten. Natürlich gibt es schon den umgekehrten Weg, jedoch auch nur weil es in dieser Zeit kein Shop geschafft hat an das Informationsportal heranzutreten.

Es ist wichtig auch andere, weitere Dimensionen im Online-Verkauf zu beachten. Punkte welche sich wirklich abheben können. Oder wie der Referent sagte: “bekannte Dinge neu erfahrbar machen”.

Flash

In den USA werden 79% aller Videos via Flash auf den Webseiten eingebunden, weltweit sind es 76%. Doch man kann hier weit aus mehr ausreizen, es geht um die multifunktionalen Möglichkeiten von Flash. Bei House of Fraser aus UK kann man umgangssprachlich von “Zoom” reden. Des weiteren gab es den Tipp, dass Live-Style Pictures besonders gut ankommen. Damit meint man Produktbilder, welche aus dem echten Leben kommen. Als Beispiel kann man ein Foto von einem T-Shirt nehmen, welche aber eben auf der Straße draußen gemacht worden ist oder wenn der Produktträger mit Freunden am Abend beim feiern ist. Beispiele:

houseoffraser.co.uk
furla.com
coach.com
jcpenny.com
littlewoods.com
philips.de
nikeid.nike.com

Viel Kontent und eine einfache Handhabung / Navigation. Ein anderer Punkt sind Live-Style Pictures. Das heißt, Fotos welche das beworbene Produkt im echten Leben repräsentieren. Als Beispiel ist das Produkt ein T-Shirt welches auf einem Foto mitten in der Happy Hour auf der Straße getragen wird. Anzusehen auf backcountry.com oder a-better-tomorrow.com.

Technik

Sekundär aber immer wichtiger wird die Ladezeit einer Webseite, diese darf auch nicht zu lange sein. Mit den Jahren sind die Ansprüche der Kunden immer mehr gewachsen wenn es um Schnelligkeit geht. Zwar sind auch die Breitbandanschlüsse enorm gewachsen, aber das ist kein Buffer. Man kann sagen, dass im Jahr 1999 die Akzeptanz für Ladezeiten bei 8 Sekunden lag, im Jahr 2006 ist sie bereits um 50% auf 4 Sekunden geschrumpft und im aktuellen Jahr 2009 liegt sie wieder um die Hälfte bei 2 Sekunden. Man kann folglich davon ausgehen, dass in nicht so ferner Zukunft eine Seite (wenn technisch umgesetzt und verbreitet) innerhalb einer Sekunde geladen sein muss. Hier legt Google Chrome schon ein paar Kieselsteine für den Weg. Doch bereits heute kann man mit Load-Balancing und Neatcast (? mehrere dezentrale Server um näher am Besucher zu sein) viel erreichen. Auch eine Anzeige mit Ladebalken schafft hier Abhilfe.

2 thoughts on “Pangora 2009 – Wichtiges und Ideen

  1. Florian Lerch

    Flash wirkt auf der anderen Seite aber auch recht unseriös. Das sind letztendlich ja immer nur spielereien und das sieht schon eher nach 12 jährigem nerd aus, statt nach professionellem Unternehmen. Darüber hinaus würde ich auch keine Seite über einen längeren Zeitraum nutzen, wenn ich mich jedes mal aufs neue durch irgendwelche Flashvergewaltigungen quälen müsste. Das sollte man dabei nie vergessen

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  2. Michael Post author

    Da gebe ich dir vollkommen Recht. Es ist ja auch so, dass eine tolle moderne (große) Firma irgendwelche Dinge in Flash realisiert, aber sobald es um einen ökonomische Effekt geht, zieht man schnell wieder zu altem womit sich der User auskennt.

    Es ist einfach ein ganz großes Ding der Usability. Vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen!

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