Tron – Making of von Digital Domain

Soeben habe ich dem einstündigen Vortrag von Matthias Wittmann (Digital Domain) auf der FMX 2011 zugehört und bin wieder beeindruckt wie sich die Technik im Bereich Motion-Tracking (von vor einem Jahr) weiterentwickelt. Wittmann zeigte schön wie sich aktuelle Techniken einsetzen lassen, um möglichst authentische Mimik zu erzeugen. Früher wurden die einzelnen Polygone (Tracking-Punkte) im Gesicht aufgezeichnet und die 3D-Animation wurde anhand dieser realisiert. Die Qualität ist jedoch sehr stark von der Anzahl der Tracking-Punkte abhängig.

Für den Film Legacy – Tron wurde dies mit aktueller Technik realisiert. Konkret bedeutet das, der für die Mimik zuständige Schauspieler bildet mittels eines Echtzeit-3D Scanners verschiedene Mimik ab. Das sind dann sozusagen Schemen für Lachen, Weinen, Schreiben und so weiter. Für die Animationen im Film wurden nach und nach etwa 200 dieser Schemen erstellt, welche mittels Software aber auch untereinander Kombinierbar sind. So berechnet die Software ein Matching der aufgenommenen Mimik für die eigentlichen Film-Shots (Kurz-Szenen) mittels der verfügbaren und kombinierten Schemen, welche dann nachträglich auch noch perfektioniert wurden.

Wem es noch nicht aufgefallen ist, Hintergrund für diesen großen Aufwand ist die Kombination aus der ansprechenden Mimik eines älteren eingesessenen Schauspielers und des Körpers eines jungen dynamischen Schauspielers. Sozusagen wurden hier Kopf / Gesicht mit Körper / Bewegung kombiniert. Dazu ein richtiger Einblick:

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Das Ganze bringt mich aber auch zu dem Gedanken, dass in Zukunft mit einer weiterentwickelten Technik sämtlich zu dieser Zeit existenten Schauspieler festgehalten werden könnten. Sprich man erstellt ein Set von 300-500 Schemen für einen bekannten und vom Publikum geliebten Schauspieler und kann dann mittels einem für die Mimik an trainierten Schauspielers diesen Schauspieler fast getreu “wieder zum Leben erwecken”.

6 thoughts on “Tron – Making of von Digital Domain

  1. Max

    Die Technik dahinter ist wirklich extrem gelungen und faszinierend. Aber leider finde ich den Film nicht so berauschend… Und nur technische Spielerei reicht dann irgendwo auch nicht.

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  2. Tron

    Sicherlich hilft die Technik auch, rein animierte Filme zu verbessern, wenn man auf vergleichbare Mimik-Daten von echten Schauspielern zurückgreifen kann. Aus meiner Sicht wäre sogar vorstellbar, Mimikdaten aus alten Filmen in halbwegs brauchbarer Qualität zu extrahieren, allerdings ist das natürlich viel schwieriger als mit den verwendeten Scannern. Doch bis jetzt haben uns die Tricktechniker noch jedes mal überrascht ;-)

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  3. Raphael

    Die verwendete Technik ist wirklich beeindruckend, aber der Film im ganzen ist nicht sehr gelungen. da sieht man mal wieder, dass Effekte allein keinen guten Film ausmachen.

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  4. Jan Leinpfad

    Sehr netter Blick hinter die Kulissen. Die erste Grid-Szene ist genial gemacht, leider ist der Rest des Films schrecklich langweilig und uninspiriert..

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