Webmontag in Augsburg

Zum ersten Mal war ich auf einem “dieser” Webmontage. Eine nette kleien Runde hat sich gebildet, welche auf verschiedenster Art und Weise im Web aktiv ist. Doch auffällig viele sind dabei im Bereich Verlag und Medien tätig. Dennoch ist das Nebensache, man ist ja wegen einem gemeinsamen Interesse hier. Dreh und Angelpunkt scheint bei jeder Veranstaltung die eine oder manchmal auch mehreren Präsentationen zu sein.

Schön zu sehen, wie diverse mobilde Devices wie Iphone und Co. die Konzentration und das Interesse rauben einer eigentlich interessanten Präsentation zu folgen. Aber das nur nebenbei.

So wurde diesmal das Web-Medium my-Miki.com (Magazin und Wiki in einem, fast) vorgestellt. Schaut es euch erstmal am Beispiel Vogue an.

Auf den ersten Blick erscheint es wie eine Slideshow im PowerPoint-Format. Ziel dieser Anwendung ist das schnelle verfügbar machen von Inhalten welche einer möglichst einfachen Bedienung zu Grunde liegen. Diese Inhalte sind primär Bilder gefolgt von Videos und Texten, durch den Benutzer selbst erstellt versteht sich. Die Anwendung ist nach eigenen Angaben so ausgelegt, dass diese auch von der Hausfrau bedient werden kann, welche eine vollständige Web-Adresse in die Google-Suche eingibt, da sie den Unterschied von Adressleiste und Google-Suchleiste nicht erkennt, versteht oder sieht.

Durch viele Features und eine intuitive sowie einfache Bedienung soll die Akzeptanz steil nach oben steigen. So kann man bald neben dem Hochladen von eigenen Inhalten auch APIs verschiedener Web-Services wie Flickr nutzen können. Youtube-Videos sind bereits ein fester Bestandteil mancher “Slides”. Das ist umfassend gedacht, denn nur wer mit den Möglichkeiten durch “Anderen (Großen)” rechnet und diese versucht zu nutzen, kann meiner Meinung nach langfristig seine Erfolge am ehesten steigern.

my-mikiNoch weiter geht es mit dem in Entwicklung stehendem Zusatz, dass man seine “Slides” in hochglanz ausdrucken kann. Dies soll scheinbar durch das Anbinden an ein bestimmtes Druckunternehmen automatisiert passieren, so dass man per Knopfdruck ein Heft bestehend aus einem eigenen Slide vor die Haustüre geschmissen bekommt.

Sehr interessant ist auch, dass es derzeit mehr My-Miki Nutzerinnen als Nutzer gibt. Das beweist, dass die ausschließliche horizontale Navigation und die vielen Design-Überlegungen einen wesentlichen Unterschied zu herkömmlichen Applikationen ausmachen.

Die Monetisierung soll, entgegengesetzt dem Trend des Verkaufens des Unternehmens oder Projekts, bei einem Lizensmodell in Kopplung mit Werbung liegen. So müssen kommerzielle Anbieter eine Aufwendung für Lizenzen berappen welche nach Visits gestaffelt ist. Private Anwender hingegen habe die freie Hand, müssen aber in einigen Monaten mit themengebundener Werbung auf Ihren “Slides” rechnen.

Die Firma gibt es scheinbar seit April 2007, somit stecken hinter dem Produkt rund 2,5 Jahre Entwicklungs und Überlegungszeit. Seit Dezember 2008 ist die Applikation frei zugänglich und seit Anfang 2009 interessieren sich zunehmend auch gewerbetreibende für diese Art der Publikation. Mit derzeit rund 2000 Anwendern dümpelt die Anwendung jedoch noch im Long Tail.

Meiner Meinung nach keine schlechte Sache, hinter der Applikation scheint auch ein gewisser Wums zu stecken. Ich würde aber auf jeden Fall noch die Möglichkeit einbauen, im Slide seitlich scrollen zu können, so dass man mit dem Touchpad eines Machbooks im zwei Fingersystem “zappen” kann.

Doch liegt die Schwierigkeit hier in der Natur des Konzepts,  die gewisse Menge an Nutzer zu fangen. Erst ab einem gewissen Knackpunkt wird der Zufluss stets wachsen. Ich verweise hier auch mal auf den Begriff Netzwerkeffekte. Die Jungs haben sich großes vor genommen, wenn sie das Ganze so erfolgreich umsetzen wollen wie geplant. Doch das bisherige Durchhaltevermögen der Investoren und Risiko-Kapitalgeber lässt gutes vermuten.

3 thoughts on “Webmontag in Augsburg

  1. Markus

    hmpf mir hats gerade mal kurz den ganzen pc lahm gelegt beim anschauen eines mikis. na ja muss sagen hock hier grad auch an einem ziemlich betagten pc aber trotz allem scheint das ganze ziemlich speicherlastig zu sein.

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  2. Tanja Hammerl

    Habe my-Miki.com auch schon genutzt. Find den Dienst sehr gut und es lässt sich aus meiner Sicht auch wirklich einfach bedienen. Muss meinen Vorrednern in Sachen Performance allerdings zustimmen. Hatte hier auch schon des öfteren Probleme. Ob es an Flash liegt, kann ich nicht beurteilen (da fehlt mir dann doch das technische verständnis).

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