Zerstückelung und Zusammensetzen von Informationen

Twitter, Micro-Blogging, SMS um nur ein paar Beispiele zu nennen, welche eine Art der Zerstückelung im gewissen Maße erzwingen aufgrund ihrer Zeichenbeschränkung. Doch es geht hier nicht um die Kurzmitteilungen welche über die Kaffeepause berichten, viel mehr um die Verbreitung dieser Information an die Kollegen. Dadurch geht einer der Kollegen vielleicht auch in Kaffeepause um mit dem Sender der Kurnachricht gezielt etwas zu besprechen. Was ich damit meine ist, das neu Zusammensetzen, das Ableiten und die Möglichkeit Zusammenhänge neu zu erfinden (durch Dritte). Das funktioniert nur wenn man segmentiert und neu zusammenfügt.

Für wen Twitter immer noch ein ubekannter Hype aus dem Internet ist oder wer sich einfach noch nicht damit beschäftigt hat, der sollte sich mal kurz den Artikel auf newmarketingblog.de durchlesen. Dort wird schön erklärt was Twitter eigentlich ist. Alternativ einfach und kurz in Bildern erklärt: uarrr.org Twitter Comic

Sehr schön erklärt auch der Blog live.hackr.de wie sich das Web in der vergangenen Zeit verändert hat und was sich zunehmend etabliert. Zitat hackr.de:

es enstanden einige genuin neue und eben molekulare fundamentale datentypen: tweets / twitter (die kleinste gedankentragende einheit), check-ins / foursquare (die kleinste ortbesetzende einheit), likes / facebook (die kleinste aufmerksamkeit-indizierende einheit), usw., und eine neue semiotik bzw. ökonomie der produktion, distribution und rezeption dieser neuen datentypen.

Im Verlauf des Artikels geht der Autor auch noch schön darauf ein, warum der allgegenwärtige individuelle Facebook-Stream uns eigentlich in der Zeit zurück wirft. Hier noch ein Auszug der Definition:

“der stream” wurde in der folge zur zentralen metapher für den konsum (input) und die transformation (output) dieser klein- und kleinstformatigen inhalte.
der konsum von streams ist nach dem lesen von feeds tatsächlich auch die zweite grundsätzliche, web-native kulturtechnik des rezipierens. beide muss man sich aneignen bzw. erlernen, wenn man sie nicht kann, versteht man bestimmte phänomene nicht bzw. ist mit ihnen nicht kompatibel.
imho ist das lesen von feeds die wertvollere (effizientere, optimierbarere, personalisierbarere) technik, aber das schwimmen im strom hat natürlich auch seine qualitäten (wireds proprioception / social 6th sense). (nur am rande: insofern ist es mehr als verwunderlich, dass es da nicht mehr gute lösungen gibt; friendfeed gibt’s jetzt auch schon drei jahre und viel hat sich seither nicht getan, buzz etwa hinkt konzeptionell und technisch noch immer hinter friendfeed stand 2008 hinterher).

Und so geht der Autor nach diesem positiv behafteten Beispiel auch weiter darauf ein, dass eine allgegenwärtige Vernetzung (vorzugsweise durch die Einbindung des Facebook Accounts) eher schädlich sein kann. Denn so treffe ich mir bereits bekannte Leute auch auf anderen Plattformen und Diensten. Aber doch gerade die Niesche und Fach-Szene lebt von ihren Experten und derer Vernetzungen untereinander. So muss man abwägen welche Richtung sinnvoll ist und welche Auswirkungen welche Möglichkeiten im Web bieten. Aber das nur als Anriss für Überlegungen.

Doch zurück zur Zerteilung der Informationen. Neue Technologien bieten neue Möglichkeiten, hier auch eine Neuvernetzung fern ab von E-Mails und Meetings. Das Büro welches hinter t3n steckt, hat kürzlich einen schönen Selbstversuch unternommen. Sie testen den Dienst Yammer unter Verwendung des Tools Gabble.

Doch der beste Weg bringt nichts, wenn man kein mögliches Ziel definiert hat. So haben die Jungs eine schöne Aufstellung getätigt:

Die Zielstellungen für das Microblogging bei t3n:

  • Informations- und Wissensfluss im Unternehmen verbessern
  • Redundanzen und Missverständnisse verhindern
  • Zeitfressende Kommunikation vermeiden, da sie hier nun schnell viele erreicht und sowohl in Echtzeit als auch zeitversetzt funktioniert

Inhalte können sein:

  • Projekte/Aufgaben, an denen man gerade arbeitet
  • Fragen ans Team
  • Nützliche und interessante Entdeckungen im Netz
  • Feedback von außen, das man weitergeben möchte

Was hat das mit der Zerstückelung zu tun? Na genau hier werden Informationen, fliehende und vielleicht zum Teil momentan unwichtige erscheinende und auch wichtige durch die schnelle, bequeme Möglichkeit zusammengetragen. Daraus resultiert eine Verknüpfung der eigenen Informationen / Fragen mit dem anderer. Der Knackpunkt ist die Reichweite, bei einer Frage per E-mail funtkioniert das nur in einer Mann zu Mann Beziehung (Massen E-Mails sind einfach unerwünscht, gerade zu speziellen Themen), im Micro-Bloggingdienst Dienst ist die Reichweite total offen. Das ist wie wenn jemand in jedes Büro geht und seine Frage an alle laut herausbrüllt, im dritten Büro findet er dann jemand der sich schon in dem Fachbereich auskennt (mal abgesehen von kleineren Firmen bei der man sich untereinander kennt, doch selbst hier weiß man ja nicht alles von jemandem). Meiner Meinung nach geht die Technik in Richtung modernes Brainstorming und Miteinander-, Füreinander da sein. Und wehe es meint jetzt wieder jemand die E-Mail würde aussterben, diese hat  im Laufe der Zeit immer mehr ihren ganz eigenen Sinn und Zweck bekommen.

Zudem passiert das Ganze “Informieren” in zurückhaltender Art und Weise, niemand rennt wie bereits gesagt schreiend durchs Büro.

Außerdem: Schön ist natürlich der Weg der dynamischen Kategorisierung der Inhalte. Durch Gruppen, bestehend aus Mitgliedern und der Kategorisierung durch Hash-Tags, kann selektiert werden, was wiederum zur Übersicht und gezielten Informationsaufnahme führt. Das Ganze geht in Richtung semantisches Web, Beispiel: Ein Mitarbeiter fällt für Heute aus, so kann via dem Hashtag #morning_news (welcher festgelegt wurde und jeder Mitarbeiter präsent hat) das gesamte Unternehmen / Abteilung über wichtige Neuigkeiten informiert haben, ohne das E-Mail Postfach beispielsweise mit 20 Nachrichten zu überlagern. Zudem kann jeder selbst entscheiden, wann und wie oft er die Nachrichten checkt.

t3n schreibt außerdem:

Für die Chefs bedeutet ein solches internes Microblogging das gute Gefühl, besser über die Aufgaben und Projekte der Mitarbeiter bescheid zu wissen. Für die Mitarbeiter wiederum bedeutet es, dass andere mitbekommen können, woran sie arbeiten – auch wenn sie selbst nicht gerade zur Fraktion der Selbstdarsteller und Dampfplauderer gehören, bei denen sowieso jeder minutiös über jeden Handschlag informiert wird…

Somit eine meiner Meinung nach positive Entwicklung, welche man auf jeden Fall beachten sollte, gerade wenn man irgendwie beruflich mit dem Web zu arbeiten hat. Denn leider hat gerade ma lder Großteil aller “Onliner” die “neuen” Plattformen wie Facebook und Youtube (im übertragenen Sinn) entdeckt. Am besten gleich Freunde und Bekannt darauf aufmerksam machen und für sowas sensibilisieren.

One thought on “Zerstückelung und Zusammensetzen von Informationen

  1. Olli

    Microblogging im Unternehmen ist super, wenn es zielgerichtet verwendet wird. Interessant faende ich einen Artikel ueber Software, die in Unternehmen eingesetzt werden kann zur Steigerung der Produktivitaet und des Kommunkationsflusses. Vorallem sehe ich noch grossen Nachholbedarf an Arbeitszeiterfassungen fuer Projektarbeiten und deren Verbindung mit der Unternehmenskommunikation. Stichwort: transparentert Workload. Interessanter Artikel!

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