ITFS – Internationale Trickfilm Festival in Stuttgart

Das Internationale Trickfilm Festival befindet sich logischerweise in einem Kinobereich. Dieses war 2010 das Gloria und Empire direkt im Zentrum von Stuttgart. Zu Fuß ist man in 5-10 Minuten direkt von der FMX zur ITFS gelaufen.
(-> siehe auch den Artikel über die FMX)

Eindrücke:

Zuerst machte ich mir einen Eindruck vom “Youth Animated Festival”. Dort wurden speziell Trickfilme von Jugendlichen gezeigt, diese unterscheiden sich generell von Ihrer Machart, aber haben meist die gleiche oder mehr Fantasie in Ihren Geschichten.  Danach waren wir auf dem richtigen Wettbewerb welcher bis zur Preisverleihung am Sonntag jeden Abend von 21 bis ca. 23 Uhr ging. Auch hier konnte man die verschiedenste Kreativität durch Trickfilme der Menschen begutachten. Am Ende der Vorführung kann der Zuschauer seinen zuvor erhaltenen Stimmzettel abgeben, dadurch haben die Teilnehmer zusätzlich die Möglichkeit einen Extra-Preis unabhängig zur eigentlichen Juri-Bewertung zu erhalten. Pro Abend werden etwa 5-10 Kurzfilme gezeigt.

Bemerkenswert waren vor allem Trickfilme, welche fern ab von den heutigen kommerziellen Filmen waren. Dabei haben diese meist eine tiefere Hintergrundinformation übermittelt und somit den ein oder anderen Menschen mehr bewegt. Aber auch lustige und unterhaltsame Kurzfilme als in sich selbst reduzierten Comic oder 3D-Animation bewegten die Zuschauer.

Begleitet wurde das ganze Festival von der 42 Stunden “Crazy Horse” Session. Hier wurden Fünf Entwickler-Teams (aus Deutschland, Frankreich, Ägypten, Dänemark, Österreich und Groß Britannien) von Zwei Personen ins rennen geschickt. Diese müssen innerhalb von 42 Stunden einen Kurzfilm mit dem Maskottchen (dem Crazy Horse) als Hauptperson erschaffen. Verfügbar sind dazu die gängigen Animations- und Gestaltungsprogramme. Dabei war es als Gast möglich, den Teilnehmern über die Schultern zu schauen um diese bei ihrer Arbeit zu beobachten.  Am Freitag Abend war dann die Preisverleihung. Gewonnen hat ein Zeichentrick welcher nur die Umrisse des Crazy Horse und einem Mistkäfer zeigte. Dabei fraß das Pferd eine Blume auf welcher der Mistkäfer durch Hüpfen Spaß hatte. Danach war dieser traurig, aber entdeckte dann unmittelbar das Abfallprodukt der Blume beim Pferd. Er rollte sich wie üblich eine Kugel daraus und im Anschluss spielten Pferd und Mistkäfer gemeinsam mit dem “Ball”.

Ein weiteres Highlight, gerade für Leute aus dem Schwabenland war die 50. Geburtstagsgala für die Animationsserie “Äffle und Pferdle”. Dabei handelt es sich um ähnliche  Animationen wie bei den Heinzelmännchen oder den Trickfilmen von der Sendung mit der Maus. Entstanden ist diese Serie im Januar 1960 vom Kunstmaler Armin Lang, welcher ursprünglich aus Bayern kam. Anfangs gab es nur das Pferdle welches als Stummfilm verschiedenste Kunststücke unternahm. Erst ein paar Jahre später kam das Äffle hinzu, welches dem Ganzen etwas mehr Pep und Abwechslung verlieh. So hat der Trickfilm alle Epochen der Animation durchgemacht, vom stummen Schwarzweißfilm bis hin zur bunten 3D Animation, was für einen ansprechender bleibt muss man schon selbst entscheiden. Mir persönlich machen diese “meist einfachen” 3D-Animationen eher weniger Spaß, meiner Meinung nach geht dabei der Trickfilm-Charme verloren. Insgesamt gibt es etwa 2000 Kurzanimationen der beiden Kultfiguren, welche vor einigen Jahren von einem Wasserhersteller als sympathische Marketing-Figuren übernommen und gefördert wurden.

Fazit:

Es handelt sich hier um subjektive und ausdrucksstarke Kunstwerke welche sich schlecht beschreiben lassen. Es ist Inspiration, Unterhaltung und Poesie in einem. Vor allem wird gezeigt, was für eine Power und Kreativität in animierten Kurzfilmen stecken kann. Wenn man die Möglichkeit und etwas Interesse hat, ist es auf jeden Fall einen Besuch wert. Man muss sich keine Karte für das gesamte Festival kaufen. Eine etwa 1,5 – 2 Stunden lange Vorführung kostet im Schnitt 6-8 Euro pro Person. So kann man sich auch gezielt einzelne Kategorien oder Events aussuchen.

Mehr zu ITFS gibts auf goodnews-stuttgart.de und christofelben.de.

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