Ein Ausflug auf die Insel Malta
13.07.2009 von Michael in Persönlich
Es ist eine Insel im Mittelmeer, letz endlich recht klein aber nicht unbedingt unbedeutend. Will man als junger Mensch was erleben, so ist man hier sicher (nicht) am richtigen Platz. Je nach dem was man eben erwartet und sich vorstellt, wird dies gut oder nicht erfüllt. Zwar bietet die maltesische Kultur genügend Sehenswürdigkeiten und die Menschen gehen wie die Italiener gerne Abends und Nachts auf die Straße. Doch ein High-Live wie man es aus Großstädten wie Berlin, Paris oder London kennt ist hier nicht zu erwarten. Viel mehr kann man sich auf eine schöne Landschaft mit Ausblick Meer, Strand, Kultur einstellen. Dennoch gibt es ein nettes Viertel in dem man ausgelassen feiern gehen kann.
Wer ein bisschen nach den Ursprüngen von Malta forscht, der findet heraus, dass sich die Einheimischen als Patchwork-Familie betrachten könnten. So kommen viele Einflüsse aus den umliegenden Ländern. Die Sprache hat scheinbar ihren Ursprung aus dem Libanon (arabisch) und ist heute ein Mix mit bestehend aus italienischen und englischen Wörtern. Auch ungewöhnlich in dieser Konstellation ist die Verwendung des lateinischen Alphabets. Als Deutscher mit Kenntnissen in Englisch kommt man gut zurecht, seit 2004 in der EU und seit 2008 gibt es dort auch den Euro.
Hauptsächlich sind die Malteser streng katholisch und schmücken ihre Kirchen sehr gerne mich Lichterketten, was meiner Meinung nach jedoch das schöne Bild dieser zerstört. Es wird gerne und laut gefeiert, nicht wie ein Fest sondern eher wie eine Zeremonie. Dabei gibt es immer viel Feuerwerk, hauptsächlich in der Sommerzeit. Überhaupt werden sehr viele Feste für Ehrungen und Gedenken an Heilige und Kirchen aus der katholischen Religion zelebriert.
Letztendlich spielt beim Großteil der Familien die Religion eine wichtige Rolle. Das kommt zum Ausdruck durch die genannten Feste, aber auch durch entsprechendes Schmücken der Innen- und Außenräume. So sieht man in den Straßen sowie deren Fenstern des öfteren die hl. Maria oder Altare stehen. Da liegt es nicht fern, dass Aberglaube auch hier noch im gewissen Maße vorhanden ist.
Eine heimische Delikatesse ist neben den Seefrüchten und Meerfisch der Wildhase. Dieser ist das einzig weit verbreitete Wild auf der Insel, da während der Herrschaft der Kreuzritter wohl das meiste Wild regelrecht aus gewildert wurde. Doch das Essen ist unterschiedlich, es ist nicht italienisch und nicht unbedingt britisch. Man findet zwar überall die Gerichte der genannten Länder, doch weiß man im Land Italien immer noch deren Esskultur zu schätzen wenn man diese liebt und sich dort aufhält. In fast jeder Imbissbude gibt es Ftira oder Baguette welche man sich fast nach Wunsch belegen und zubereiten lassen kann. Wenn man weiß wie, kann das Essen auf Malta günstig und ausreichend sein. Legt man jedoch einen gewissen Standard an den Tag und möchte es sich gut gehen lassen, so zahlt man für frischen Fisch schon ab 10 oder 15 Euro aufwärts.
Der Tourismus spielt in Malta eine große Rolle, dadurch erfährt die sonst schon für die Landesgröße stabile Wirtschaft einen weiteren Aufschwung. Die Regierung weiß das zu schätzen und setzt viel daran den Zustrom an “Urlaubsgeldern” aufrecht zu erhalten. So hat in den Jahren 2007 bis 2009 ein kostenloses Konzert von MTV stattgefunden. Die Einwohner selbst sind wie auch in der Politik im Punkt Touristen sehr polarisiert. Einige Kontaktpersonen wie zum Beispiel Busfahrer sind zum größten Teil recht unfreundlich, geben ungern Wechselgeld aber bestehen auf jeden Cent. Aber wenn man mal vom normalen Bürger ausgeht, kann dieser eben sehr freundlich oder sehr ablehnend dem Touristen gegenüber sein. Doch meiner Erfahrung nach überwiegt das erstere.
Zuwanderung ist ein großen Problem derzeit, die Bevölkerung sieht sich zunehmend einer Überflutung ausgeliefert, die Regierung versucht die Einwanderung nach allen Kräften zu regulieren. Doch einige Einheimische welche eh schon konservativ sind, verhalten sich generell Ablehnend gegenüber dunkelhäutigen, was sich in allen Formen des Kontakts wieder spiegelt. Zwar scheint anders wie in Italien die Gruppe nicht so von der Mafia dominiert zu werden, dennoch sind sie oft Verkäufer und Händler der Straßen.
Landschaftlich sollte man sich am besten mit einem Guide durch das Land führen lassen. So gibt es für etwa 20 Euro eine Busfahrt, bei der man die interessantesten Punkte auf Malta kennen lernt. Dabei befindet sich auf der Insel selbst im Süden der Insel ein paar Dörfer und Fischerhafen sowie der wohl einzig größere Wald der Insel. Im Westen der Insel gibt es die Dingli Cliffs und Blue Grotto (Felsvorsprünge und natürliche Steingebilde) zu sehen. Im Osten der Insel spielt sich das eigentliche und berufliche Leben ab, in den Städten Sliema und Valetta bekommt man wohl am meisten Geboten, neben diversen Touristenattraktionen. Wochenmärkte sind hier nicht so gang und gebe, vielmehr fährt der Händler mit seinem frischen Fisch oder Obst und Gemüse von Straße zu Straße, wie man es vielleicht vom Anbieter Frosta in Deutschland kennt. Im Norden der Insel fängt das Wasser an zu leuchten, es wird türkis und attraktiv für Taucher. Dort findet man dann diverse Sandstrände wie Golden Bay oder Paradise Bay. Außerdem geht es von dort aus zur kleinsten Nachbarinsel Commino und zur schwesterinsel Gozo. Auf Commino empfielt sich eigentlich nur der Stop an der Blue Lagoon, der wohl überhaupt schönste Punkt zum Schwimmen wegen dem klaren Wasser und tollen Sand. Es ist aber auch möglich mit einem der Schiffe von Sliema aus eine Rundfahrt mit dortiger Zwischenhaltestelle. Mit der Fähre für etwa 5 Euro Hin- und Zurück kann man auf der Insel Gozo neben der kargen Landschaft und ein paar interessanten Buchten hauptsächlich kulturelle Sehenswürdigkeiten begutachten, wie genannt Kirchen mit Lichterketten und andere historische Gebäude.
Generell haben sich innerhalb von zwei Jahren ein paar Dinge verbessert, dennoch kann man keine Infrastruktur wie in Deutschland erwarten. Man muss eben wie in die meisten Südländer eine gewisse Locker- und Offenheit mitbringen, man ist ja schließlich im Urlaub.
Ich habe noch andere bessere Fotos geschossen und werde in den kommenden Wochen einen Jahreskalender für 2010 als Print veröffentlichen. Wer Interesse hat, kann ja einen Kommentar schreiben oder mir eine Nachricht schicken.
3 KommentareTags zum Beitrag: erfahrungsbericht, insel, malta, meer, strand, urlaub












3 Antworten auf “Ein Ausflug auf die Insel Malta”
Von Chris am 17.07.2009 um 23:49 Uhr
In Malta ist es bestimmt sehr schön. Bin momentan am planen für mein nächstes Urlaubsziel.
Von Michael am 18.07.2009 um 11:58 Uhr
Also ich werde vielleicht irgendwann nochmal dort hin fliegen. Das war jetzt das 2. Mal und es ist einfach ne Insel für sich…
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