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Ich höre nicht, ich sehe nicht – Aufmerksamkeit?!

Aufmerksamkeit, wer hier liest schenkt gerade meinem Text Beachtung und Aufmerksamkeit. Was ist Aufmerksamkeit? Ich definiere es durch gezieltes Wahrnehmen von etwas mit Hilfe aller dabei notwendigen Sinnesorgane. Dabei entscheide ich so gut wie nie bewusst darüber. Vielmehr erregen bestimmte Signale und Dinge welche wir als wichtig erachten unser Vermögen jemandem oder etwas zu folgen (Rote Farbe, ein Symbol für eine neue Nachricht oder ein aufregendes Bild).

Aufmerksamkeit, oft gemessen anhand der aufgewendeten Zeit, ist eines der wichtigsten Güter in der modernen Welt. Doch schon seit Jahren wird hiermit auch ein Gewerbe betrieben. Es ist die simple Werbung, welche uns seit mehreren Jahrzehnten in Radio, Film, Fernsehe, Zeitschrift und Internet begleitet. Werbetreibende zahlen viel Geld um sich einen Platz auf einem Medium mit weitreichendem und passendem Potential für Aufmerksamkeit zu sichern.

Im Web gibt es derzeit ein paar grosse Formen welche die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

  • Das sind Aggregatoren welche verschiedene personalisierte Informationen zusammenschustern. Darunter zähle ich Dienste wie iGoogle, Blogs (zusammengetragen Informationen durch einen oder mehrere Autoren) aber auch Startseiten in Diensten wie Twitter, Lokalisten oder Facebook. Diese Startseiten schnüren automatisch oder selbst definiert Infos aus einigen Bereichen in kleine Häppchen und präsentieren diese gesammelt auf einer Seite (Startseite). Hier schaut der aktive Internetuser regelmäßig vorbei um möglichst aktuelle Ereignisse verfolgen zu können.
  • Alt hergebracht und immer noch bewährt sind kurze Informationsträger. Oft in Textform wie E-Mails, Twitter-Nachrichten (Direct-Messages) oder Instant-Messaging. Hier handelt es sich oft um direkte Infos zur eigentlichen Person. Absolut jeder Mensch ist vom Wesen her Kontakt-orientiert, da er ohne soziale Kontakte in geeigneter Form eingehen würde (ich besinne mich da auf einen gruseligen Test von einem damaligen König oder Kaiser mit Kindern).
  • In der Beschaffenheit abgehoben und anders sind die Sachen und Infos welche wir gezielt suchen. Beide vorherig genannten Formen kommne daher ohne, dass wir diese erwarten. So durchforsten wir Kilometer von Internet-Suchergebnissen aus Google um eine gewünschte Information zu bekommen. Aus unserer Erfahrung heraus wissen wir, dass es diese Information im World Wide Web geben muss.

Keine Information ist ohne Aufmerksamkeit (Aufmerksamkeit ist auch Anstrengung) etwas wert. Dabei ist es dann egal ob per Aggregator, Direkt-Nachricht oder gezieltes Suchen. Daher werden gezielt Wege eingeschlagen um mit Hilfe von markanten Signalen und Methoden (welche wir meist aus unseren Erfahrungen kennen und aufwerten) unser Auge und unseren Verstand gezielt zu leiten.

Wie teile ich mir meine Aufmerksamkeit ein?

Ich habe verschiedene Interessen und Themenschwerpunkte welche ich ganz spontan verschieden gewichte. Ich persönlich erachte Dinge nach ein oder zwei Wochen schon wieder für wichtiger als jene anderen wie zuvor. Doch im Allgemeinen fällt es mir Schwer, so dass ich bei einem bestimmten Punkt angekommen bin. Vorzugsweise verwende ich Zeit für etwas, was mir längerfristig mehr Sinnhaftigkeit oder Erfolg verspricht, was natürlich nicht immer klappen kann.

So erhalte ich mit kurzfristigen Aufwendungen für diesen Blog langfristig herausstechende Vorteile verschiedenster Art. Anderen Beispiel: Ich bin bei mehr als zwei Communitys angemeldet, damit mich andere Menschen über ihre persönlich favorisierte Plattform bequem erreichen können. Ich selbst nutze diese dann nur zum Nachrichten empfangen, was jedoch die warscheinlichkeit der Erreichbarkeit erhöht. Doch ich habe einen weiteren Account (muss mich auch erst mal anmelden), vielleicht ein neues Passwort und bekomme weitere E-Mails. Oder welche online Zeitschriften / Blogs lese ich um meine gewünschten Informationen zu bekommen? stern.de, zeit.de oder bild.de? Wie viele will ich abklappern (müssen)? Wann halte ich mich selbst für ausreichend informiert?

Meiner Meinung nach liegt hier noch der größte Schwachpunkt im immer schneller werdenden Web, die Infrastruktur für den Informationsfluss! Momentan versucht jeder einen möglichst großen Fetzen Besucherstrom aus dem Web zu fischen. Wie komme ich zum nächsten BurgerKing? Richtig, mit einer Wegbeschreibung. Google? Gesucht wird erst, wenn man nichts findet…

Digitale Zwischenmenschlichkeit?

Zwischenmenschliche Kommunikation – Wikipedia:
Als Teil der sozialen Interaktion wird die zwischenmenschliche bzw. interpersonelle Kommunikation verstanden, welche aus soziologischer Sicht äußerlich sichtbare wechselseitige Aufeinanderwirken zwischen Individuen zum Zwecke der Abstimmung des Denkens und Verhaltens der Beteiligten bzw. des konkreten Handelns von Kooperationspartnern oder Feinden bezeichnet.

Ich wachse in einer Generation auf, welche sehr früh mit dem Medium Internet in Berührung gekommen ist. Doch dieses Medium ist noch so frisch wie der gelernte Umgang damit. Man kann jetzt “Überall zu einem Zeitpunkt” sein.

Den Versuch, neue Menschen über das Internet kennen zu lernen, alte Freundschaften wieder aufleben zu lassen oder die derzeit beste Freundschaft weiter zu pflegen haben die meisten schon ausprobiert. Doch im Zuge eines Resümees kommen die meisten wohl auf die gleiche Frage: “Klappt das überhaupt?”.

Nach den Chaträumen auf diversen Internetseiten erklomm der Instant-Messenger die Rangleiter, welchet dicht gefolgt von der SMS war. Nach viel Abstand überholte die Social Community und wird jetzt von mobilen Webdiensten wie Twitter zum flächendeckenden Informationsaustausch überrannt.

Als damaliger und heutiger Intensiv-Nutzer solcher digitalen Kommuninkationsmittel bin ich der Meinung, dass das nur sehr bedingt bis gar nicht funktioniert. Dennoch nutze ich sie. Ausnahmen bestätigen hier natürlich die Regel.

Die Frage, wie man Menschen näher kennen lernt, lässt sich einfach damit beantworten, in dem man das direkte Gespräch zur Person sucht. Daher stellt sich mir die Frage, ob eines der bekannten digitalen Kontakwege den Ausdruck, die Geste, Mimik und Tonlage eines Gesprächs ersetzen kann? Nie. Denn gerade diese Gegebenheiten helfen enorm den Gegenüber besser durch eigene Interpretationen einschätzen zu können, das wiederum baut Vertrauen auf was essenziell für eine bessere zwischenmenschliche Beziehung ist. “Was ist das für ein Hund der nicht bellt?” Continue reading

Bürgerportalgesetz – De-Mail und Nutzen?

In der aktuellen Meldung von heise.de kann man nachlesen, dass ein Gesetzentwurf über Einrichtung und Betrieb von “Bürgerportalen” von der Bundesregierung verabschiedet worden ist. Es (als PDF Datei nachlesbar) regelt den Ablauf einer neuen sicheren online Kommunikation über eine Art Plattform.

Jeder Budnesbürger kann dort gegen Vorlage seines Personalausweies genau eine E-Mail oder elektronische Kontaktadresse beantragen. Das heißt schon mal, dass nicht jeder gezwungen ist so eine zu benutzen. Das senkt natürlich die Warscheinlichkeit, dass sich das Portal durchsetzen wird erheblich. Denn wie ein klassisches Angebot, muss hir auch um die Gunst des Benutzers (Bürgers) geworben werden. Nutzt keiner die Möglichkeit, so ereicht man auch nur einen Bruchteil der Bevölkerung darüber. Continue reading