Digitale Zwischenmenschlichkeit?

Zwischenmenschliche Kommunikation – Wikipedia:
Als Teil der sozialen Interaktion wird die zwischenmenschliche bzw. interpersonelle Kommunikation verstanden, welche aus soziologischer Sicht äußerlich sichtbare wechselseitige Aufeinanderwirken zwischen Individuen zum Zwecke der Abstimmung des Denkens und Verhaltens der Beteiligten bzw. des konkreten Handelns von Kooperationspartnern oder Feinden bezeichnet.

Ich wachse in einer Generation auf, welche sehr früh mit dem Medium Internet in Berührung gekommen ist. Doch dieses Medium ist noch so frisch wie der gelernte Umgang damit. Man kann jetzt “Überall zu einem Zeitpunkt” sein.

Den Versuch, neue Menschen über das Internet kennen zu lernen, alte Freundschaften wieder aufleben zu lassen oder die derzeit beste Freundschaft weiter zu pflegen haben die meisten schon ausprobiert. Doch im Zuge eines Resümees kommen die meisten wohl auf die gleiche Frage: “Klappt das überhaupt?”.

Nach den Chaträumen auf diversen Internetseiten erklomm der Instant-Messenger die Rangleiter, welchet dicht gefolgt von der SMS war. Nach viel Abstand überholte die Social Community und wird jetzt von mobilen Webdiensten wie Twitter zum flächendeckenden Informationsaustausch überrannt.

Als damaliger und heutiger Intensiv-Nutzer solcher digitalen Kommuninkationsmittel bin ich der Meinung, dass das nur sehr bedingt bis gar nicht funktioniert. Dennoch nutze ich sie. Ausnahmen bestätigen hier natürlich die Regel.

Die Frage, wie man Menschen näher kennen lernt, lässt sich einfach damit beantworten, in dem man das direkte Gespräch zur Person sucht. Daher stellt sich mir die Frage, ob eines der bekannten digitalen Kontakwege den Ausdruck, die Geste, Mimik und Tonlage eines Gesprächs ersetzen kann? Nie. Denn gerade diese Gegebenheiten helfen enorm den Gegenüber besser durch eigene Interpretationen einschätzen zu können, das wiederum baut Vertrauen auf was essenziell für eine bessere zwischenmenschliche Beziehung ist. “Was ist das für ein Hund der nicht bellt?”

Doch das ist das Problem der aktuellen und vor allem nachfolgender Generation welche immer unpersönlicher werden im eh schon gefühlskalten Klima in Deutschlands. Das lässt sich nicht nur in der virtuellen Welt wiederfinden. Mehr digitale Kommunikation bringt Abstand und nicht Nähe.

Der direkte Kontakt, das Verabreden wird natürlich nach wie vor extrem genutzt. Doch geht man immer weiter den Weg dorthin, Abstand zum persönlichen Kontakt zu nehmen, indem man indirekt persönlichen Kontakt über digitale Kommunikationsmittel geht. Wie wird sich zukünftig der verschobene Kontaktweg auswirken? Gerade jetzt sind kleine, digitale Geräte mit Web-Anschluss im Trend.

Interessant ist das Beispiel von Personen welche sich nur über die digitale Welt kennen, denn sobald sich beide Treffen sind sie sich dennoch völlig fremd.

Gerade schüchterne Personen mit wenige Selbstbewusstsein verstecken sich unbewusst gerne hinter der selbst geschaffenen Distanz im Meer des Internets. Hinzu kommt noch die Möglichkeit der Ein-Maus-Klick entfernten Anonymität. Wie lernt man da den sozialen Umgang mit anderen Menschen?

Mein Fazit ist, dass man nicht vergessen sollte, dass aktuelle technische Mittel zur Kommunikation zwischen Menschen nur als Unterstützzung angesehen und genutzt werden sollten.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>