Second Life – Mein Erfahrungsbericht

secondlifelog2o.jpgJa auch ich habe Second Life schon besucht und im Auftrag meiner damaligen Firma erkundschaftet. Das war etwa Mitte bis Ende 2006. In dieser Zeit habe ich aus den Kinderschuhen heraus lernen müssen, wie ich mich bewege, gestalte und weiter entwickle.

Zunächst muss man die Steuerung lernen, das ist anfangs gar nicht so einfach, doch als geübter Spieler findet man sich schnell ein. Nachdem ich meinen Avatar einigermaßen gestaltet und zurechtgestutzt hatte, versuchte ich ein Stück Land in die Finger zu bekommen.

Doch wo soll man auf der riesigen Karte (rechts zu sehen, mit aktuellen vertretenen Firmen) ohne jegliche einleuchtende Beschreibung einen geeigneten Platz finden? Gut, kurz überlegt habe ich mich für ein sonniges Klima mit möglichst vielen grünen Punkten und einem moderaten Preis entschieden. Der Monatsbeitrag für eine Mitgliedschaft mit Grundstücksrechten hatte etwa 10 US-Dollar gekostet. Das Grundstück selbst dann etwa 30 US-Dollar. Jedoch versuchte ich erstmal verzweifelt ein sogenanntes Free-Land zu bekommen, welches angeblich für neue Mitglieder zu Verfügung steht, wovon jeder eines bekommen soll. Nach geraumer Zeit habe ich dann durch Tipps von hilfsbereite Kreaturen herausgefunden, dass ich da lange drauf warten kann.

Nun galt es ein ein Gebäude nach bestimmten Kriterien zu erstellen. Einfacher gesagt als getan, die unzähligen Möglichkeiten verschiedene Formen zu erstellen brachte mir noch kein Haus. Natürlich fand ich durch irgendeinen Teleporter einen “Haus-Shop”, doch es war nichts passendes zu finden.

Auf zur Selbsthilfe! Vier Mauern habe ich gezogen und ein Dach drauf gesetzt, so in etwa sahen meine Versuche dann auch aus. Störend war auch die Discokugel vom Nachbargrundstück, welche immer wieder durch meine Mauer schien.

Letztendlich suchte ich nach einem anderen Weg und holte mir fertige Grundbauten und Gegenstände, nach einiger Zeit wurde ich dann auch fündig. Es gibt einige Stellen in der Welt, wo man kostenlose Sachen in sein Inventar laden kann. Auch Gegenstände welche nicht geschützt sind kann man, sobald sie in Sichtweite sind kopieren. Nicht alle kann man verändern, aber es ist ein Anfang. Daraufhin nahm ich auch ein fertiges Haus und passte es meinen Wünschen an.

In dieser Zeit lernte ich auch meinen anderen Nachbar und Besitzer eine Tanzbar kennen. Dieser kam aus Mexiko und sah dementsprechend auch aus. Allgemein bin ich viel durch die Welt geflogen und habe das Spiel immer wieder verflucht wenn es sich aufgehängt hat, der Teleport nicht ging oder meine Figur einfach immer weiter geflogen ist, obwohl ich das gar nicht wollte.

Anfang 2007 habe ich diesen Versuch dann beendet und habe recht einfach die Kundschaft zum Monatsende kündigen können. Der Wert des Grundstückes hatte sich dabei etwa verdoppelt, jedoch muss man die monatliche Mitgliedschaftsgebühr berücksichtigen, auch wenn man davon so und so viel wieder in Linden-Dollar zurückbekommt (Währung von Second Life).
Zusammenfassend kann ich sagen, dass es ein sehr chaotisches mit dem Versuch zu Ordnung gehendes Erlebnis war. Es war mir einfach zu abstrus und verwirrend die Absichten vieler Leute zu verstehen und überhaupt damit etwas anzufangen. Es gleicht dem, wenn man 100 Kindern viele Lego-Steine in die Hand drückt und versucht die Ergebnisse zu verstehen und zu benutzen. Jedes Kind baut was anderes und es passt einfach nicht sehr viel zusammen in dieser Welt.

Natürlich hat es Spaß gemacht und es war äußerst interessant die virtuellen Lokalitäten in der Verbindung zum Internet und Informationsaustausch zu sehen. Dennoch hat (hatte?) zu dieser Zeit die Sexualität und das Gewinnspiel wie zu den Anfängen des Internets Überhand.

Gewinner von Second Life sind meiner Meinung nach diejenigen, welche für die Firmen die Präsenz in dieser virtuellen Welt verwalten. Sicherlich auch die Leute welche mit dem wichtigen Gut wie Land wirtschaften.

Zum Abschluss noch diese sehr schön angelegte Zeichnung:

2 thoughts on “Second Life – Mein Erfahrungsbericht

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